21. März 2020

Mitgliederversammlung am 11. März 2020 im Waldhorn, Glems

Der Bericht von Frau Dr. Gabriele Böhm, veröffentlicht mit ihrem freundlichen Einverständnis

Gut besucht war am Mittwochabend die Mitgliederversammlung des Fördervereins Obstbaumuseum Glems im Gasthaus Waldhorn. 111 Mitglieder hat der Verein zurzeit. Der Erste Vorsitzende Willy Müller wird künftig von seiner Stellvertreterin Gudrun Raible unterstützt. Sie wurde einstimmig gewählt und stellte das Konzept zur Modernisierung des Museums vor. Der ehemalige Erste Vorsitzende Wolfgang Dürr verabschiedete sich offiziell.

2003 wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, in der historischen Kelter von 1515 ein Obstbaumuseum einzurichten, sagte Ortsvorsteher Andreas Seiz. Immerhin liege Glems im größten Streuobstanbaugebiet Europas. Nachdem der Weinbau zurückgegangen sei, habe die Apfelkultur immer mehr an Bedeutung gewonnen. „Ein Drittel der Kelter nimmt die Mosterei ein“, so Seiz, der sie teilweise selbst betrieb. „In einem normalen Obstjahr werden rund 1000 Zentner Äpfel gemostet.“ Als lokale Besonderheit werde kein Saft verkauft, sondern jeder erhalte den Most aus dem Obst, das er selbst mitbringe.

 Die Kelter ist Infozentrum im Biosphärengebiet und öffnet ab dem 1. April 2020 immer sonntags. Als erste Amtshandlung stellte Gudrun Raible das neue Konzept für eine Modernisierung des Museums vor. Eingereicht in Heftform hatte es das Büro für Gestaltung Hartmaier & Ege Kirchentellinsfurt. Es sieht unter anderem vor, die zentralen echten Bäume durch ein Holzmodell zu ersetzen, das die Jahreszeiten und die damit verbundenen Arbeiten im Obstbau dokumentiert. Eine Medienstation soll Tiere der Streuobstwiese sowie Pflanzen mit ihren Wirk- und Geschmacksstoffen zeigen. „Ob wir alle Ideen dieses sehr breit angelegten Konzepts umsetzen können, müssen wir abwarten“, sagte Raible. Doch die Biosphäre habe durchaus Interesse, das Museum mit Fördergeldern zu unterstützen. „Uns geht es darum, neue Zielgruppen zu erschließen und die Besucherzahlen zu erhöhen.“

 Wolfgang Dürr, 15 Jahre lang Erster Vorsitzender des Vereins und zuletzt Beisitzer, verabschiedete sich am Mittwoch offiziell in den Ruhestand und dankte allen, die ihn und den Verein unterstützt hätten. Dürr erinnerte auch an die Anfänge, die mit dem mühevollen Ausräumen der Kelter begannen, sowie an die sehr erfolgreichen Führungen. „Im vergangenen Jahr haben wir 29 Gruppen, zusammen 707 Besucher, durch das Museum geführt und 19 davon bewirtet“, sagte er in seinem Rückblick. Seit der Eröffnung seien es 604 Gruppen mit rund 13 700 Gästen gewesen.



Wolfgang Dürr bei seinem Rückblick als 1. Vorsitzender und Mitbegründer des Vereins


 Heiko Rapp wurde einstimmig auf ein Jahr als Nachfolger Dürrs als Beisitzer gewählt.

 Willy Müller blickte auf 2019 zurück und nannte die Planungen für 2020. So habe die Mostprämierung mit elf Teilnehmern bereits stattgefunden, ebenso wie die mit über 20 Teilnehmern sehr gut besuchte Schnittunterweisung. Geplant ist das Deichselreitertreffen, das laut Müller inzwischen „weit über unsere Grenzen hinaus“ bekannt sei. Der Verein nimmt an der Biosphärenwoche erneut mit einem Sensenkurs und einem Vortrag von Dr. Philipp Unterweger zum Thema „Bunte Wiese“ teil. Auch beim Bittgottesdienst, dem Dorffest, dem Weinkulturtag, dem Tag des offenen Denkmals und dem Weihnachtsmarkt sind die Vereinsmitglieder vertreten. Beim Mostfest wird die Streuobst-Königin anwesend sein. Auf einem guten Weg seien, so Müller, der Sortengarten auf Glemser Gemarkung mit alten Apfelsorten sowie der Lehrpfad „Birnenweg“, der ausgeschildert wird, sobald die Bäume eine gewisse Größe erreicht haben.

Für 17jährigen Einsatz geehrt wurden die Gründungsmitglieder Veronika und Gerhard Drissner (nicht auf dem Bild) , Rose und Klaus-Dieter Lipp, Rosemarie Wörner und Wolfgang Dürr.


Auf dem Bild, von Links: Willy Müller, 1. Vorsitzender, Rosemarie Wörner, Wolfgang Dürr, Rose Lipp, Klaus Lipp und Gudrun Raible, neue stv. Vorsitzende.
Für die Herren gab's einen Obstbrand, für die Damen Blumen

--- Soweit der Bericht von Frau Dr. Böhm ---

---




Die von den verabschiedeten Funktions- und Verantwortungsträgern abgegebenen Schlüssel zum Museum





Das Ehepaar Drissner konnte an der Mitgliederversammlung nicht teilnehmen. Willy Müller hat sie deshalb besucht und einen Obstbrand als Präsent mit gebracht.





Die Mitgliederversammlung fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem als Obergrenze für Versammlungen 1000 Personen erlaubt waren. So groß ist der Förderverein des Obstbeumuseums noch nicht. Auf jeden Fall wurde auf Hygiene geachtet.

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.